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Re:Publica 18 - Drei Thesen und ein Ausblick

Re:Publica 18 - Drei Thesen und ein Ausblick

Am 2. Mai geht's los: Die re:publica, eine der größten Digitalkonferenzen Deutschlands. Neben vielen spannenden Sessions und viel persönlichem Austausch gibt es aber natürlich auch zahlreiche Gespräche im Netz. Stefan Evertz wirft in diesem Gastbeitrag einen Blick auf die aktuellen Daten, auf die Eckdaten der Vorjahre und versucht eine Ausblick auf die diesjährige re:publica. Und wir freuen uns, auch schon ein Webinar kurz nach der re:publica ankündigen zu können.

Vorschau #rp18

Die re:publica hat zwar schon lange einen festen Platz in meinem Kalender, auch wenn ich gerade doch überrascht bin, dass das dieses Jahr schon meine zehnte re:publica sein wird. Die Qualität der als Bloggerkonferenz gestarteten Veranstaltung entstehet dabei nicht nur durch viele gute Vorträge und SprecherInnen, sondern auch durch ein motiviertes und interessiertes Publikum. Entsprechend hat sich hier in den letzten Jahren auch ein intensive Nutzung von Social Media etabliert, die wir ja im MonitoringMatcher auch 2016 und 2017 mit den Daten von Talkwalker analysiert und als Infografiken aufbereitet haben. Ein Blick auf die Daten der beiden letzten Jahre und auch auf die letzten Wochen könnte daher einen ersten Ausblick auf die Entwicklung in diesem Jahr ermöglichen. Und auch in diesem Jahr wird es wieder Infografiken geben, dazu verraten wir nächste Woche mehr.

Rückblick und Ausblick

Was als erstes bei einem Blick auf die Zahlen auffällt: Während laut offiziellen Angaben die Besucherzahlen von 2016 zu 2017 von 8.000 auf 9.000 gestiegen sind, hat das kaum die Größenordnung der Posts und Gespräche bei Twitter und Instagram verändert. Die Zahl der Tweets lag beide Jahre bei rund 100 Tsd. Posts und auch die Zahl der aktiven Accounts hat anteilig kaum zugenommen (2016: 19867, 2017: 20801). Ähnlich sieht es bei dem eigentlich auch in Deutschland stark wachsenden Bilder-Netzwerk Instagram aus. Dort hat die Zahl der aktiven Autoren zwar etwas stärker zugenommen (von etwa 1600 auf knapp 2000 in 2017), aber die Menge der insgesamt erfassten Posts hat sich ebenfalls kaum verändert (von 5000 in 2016 zu 5400 in 2017).

Auch ein Vergleich der letzten 50 Tage mit dem vergleichbaren Zeitraum in 2017 zeigt kaum Veränderungen bei einem durchaus ähnlichen Verlauf. Hier sei zwar angemerkt, dass das Programm 2017 eine Woche früher bekanntgegeben wurde, allerdings hat selbst der diese Woche angekündigte Vortrag der Whistleblowerin Chelsea Manning neben einem einzelnen Peak nicht die Menge der Erwähnungen gegenüber dem Vorjahr spürbar erhöht.

Vorlauf

Der Blick auf die letzten 7 Tage zeigt jedenfalls eine vielversprechend bunte Mischung von Themen und Hashtags.

Hashtag-Cloud

Und auch in Sachen Stimmung dominieren bei den verwendeten Emojis die positiven Elemente.

Emoji-Cloud

Angesichts der in diesem Jahr zusätzlich eingeführten Fachkonferenzen (im nahegelegenen Technikmuseum) würde ich an dieser Stelle davon ausgehen, dass am Ende erstmals 10.000 Teilnehmer vermeldet werden können. Wie wird sich dieser erneute Zuwachs auf den Social Media Buzz auswirken? Meine Vermutung: Der Social Buzz wird vermutlich entweder “stagnieren” oder vielleicht sogar zurückgehen – einen (starken) Zuwachs wird es aber vermutlich nicht geben. Ob diese Vermutung stimmt, werden wir natürlich erst nach der re:publica sagen können – ein erstes Thema für das Webinar (Ankündigung siehe unten) in der Woche nach der re:publica ist also gesetzt.

3 Thesen

Wie komme ich zu der Vermutung, dass der Social Buzz nicht spürbar weiter steigen wird? Hier drei Thesen, warum sich die Zahlen vermutlich kaum ändern werden:

These 1: Immer weniger Filterblase

Es zeigte sich schon in den letzten Jahren: Es kommen immer mehr “normale” Menschen zur re:publica, die immer seltener Bestandteil der ursprünglichen Filterblase sind. Und gerade für diesen erweiterten Teilnehmerkreis aus Unternehmen, Behörden und Verbänden ist Social Media immer weniger wichtig und selbstverständlich in der aktiven persönlichen Nutzung. Entsprechend ist es dort auch einfach weniger verbreitet, die Gespräche rund um die Konferenz ins Digitale zu verlängern. Und so mag sich auch erklären, warum die Zahl der aktiven Accounts sowohl bei Twitter als auch bei Instagram kaum zunimmt.

These 2: Immer mehr Stories

Schon im letzten Jahr zeigte sich die wachsende Nutzung der Stories – bei Instagram, bei Snapchat und auch bei WhatsApp und Facebook. Diese extern derzeit nicht messbare Nutzung von Social Media nimmt gefühlt weiter zu und löst in meiner Wahrnehmung auch die öffentliche Nutzung gerade bei Instagram immer mehr ab – von der zunehmenden Verlagerung der Kommunikation in die Messenger mal ganz zu schweigen. Es kann gut sein oder ist sogar vermutlich so, dass deutlich mehr Inhalte gepostet werden als in den letzten Jahren – sie sind einfach nur nicht per Monitoring analysierbar.

These 3: Social-Media-Müdigkeit

So sehr ich persönlich Social Media schätze, geht doch die alltägliche Nutzung gefühlt immer mehr zurück, gerade bei Facebook. Datenschutz-Skandale wie der rund um Cambridge Analytica haben ebenfalls dämpfende Auswirkungen auf die Verbreitung. Und so beobachte ich zunehmend Abmeldungen und auch angekündigte “Digital Detox”-Phasen. Facebook und die anderen Plattformen werden sicherlich nicht absehbar zu Geisterstädten werden, aber es wird doch vielerorts ein wenig ruhiger. Ruhig genug, um eben auch bei einer #rp18 wachsende Teilnehmerzahlen nicht in mehr Social Buzz resultieren zu lassen? Gut möglich.

3 Tipps und ein Rahmenprogramm

Natürlich möchte ich noch drei Session-Tipps beisteuern, auch wenn es fast unmöglich ist, sich bei dem wieder sehr umfangreichen Programm auf wenige Empfehlungen zu beschränken:

Wie schon der Buzz rund um die Bekanntgabe zeigt: Dieser Talk könnte wohl einer zentralen und am meisten rezipierten der diesjährigen re:publica werden. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und hoffe, dass ich noch einen Platz an Stage 1 bekomme.

Ein ernstes und wichtiges Thema, das bei Wibke Ladwig, Jens Scholz und Nadia Zaboura in guten Händen ist.

Der Talk klingt ähnlich spannend wie der interessante Talk von Luca Hammer im letzten Jahr (siehe auch Interview im MonitoringMatcher)

Webinar: Der digitale Rückblick auf die re:publica 18

Webinar “Digitaler Rückblick auf re:publica 2018”

In der Woche nach der re:publica werden wir in einem kostenlosen Webinar einen digitalen Rückblick auf die re:publica wagen. Wir werden auf den Social Buzz und die analysierten Konversationen und Posts schauen. Und natürlich wird es auch um die MonitoringMatcher-Infografiken (und ihre Entstehung) gehen, die es während der #rp18 geben wird. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.