Wählen Sie Ihre Sprache
Wussten Sie schon, dass wir alle großen sozialen Netzwerke in 187 Sprachen indizieren
blog
#MeToo: Wie eine Social-Media-Bewegung entsteht

#MeToo: Wie eine Social-Media-Bewegung entsteht

Eine Social-Media-Bewegung die nicht abreisst: Für #MeToo gab es allein in der letzten Januarwoche 2018 weltweit noch knapp 500.000 Erwähnungen in den sozialen Netzwerken. Natürlich ist #MeToo viel mehr als ein Social-Media-Trend. Wir schauen uns hier nur die Online-Debatte genauer an und zeigen, warum Marken wie Doritos oder Katjes, aber auch die Berlinale in diesem Zusammenhang online diskutiert werden. 

Mit Quick Search von Talkwalker gehen wir mit zwei Clicks bis zu 13 Monate in den Social-Media-Daten zurück: Was waren die Trends, wann waren die Höhepunkte der digitalen Diskussion und wer hat diese am stärksten beeinflusst.

#MeToo - Schon 1 Jahr Debatte

Als der #MeToo-Hashtag das erste Mal am 15. Oktober 2017 signifikant auftauchte, war die weltweite Reaktion unübersehbar.

Wie #MeToo sich in 24h verbreitete

Zeitraffer: #MeToo-Erwähnungen in den ersten 24 Stunden.
Mehr als 1 Mio. Tweets gab es dann schon.

In den darauffolgenden Monaten war #MeToo stets ein Trending Topic in allen Medien und erreicht bis Anfang Februar 2018 insgesamt 9 Mio. Erwähnungen. Es wird deutlich: Diese Social-Media-Bewegung ist von Dauer, und das ist außergewöhnlich.

Über 9 Mio. Erwähnungen

Was viele nicht wissen: Die Social-Media-Bewegung begann keineswegs erst mit dem bekannten Tweet von Alyssa Milano. Bereits im Januar 2017 verfolgt der ‘Women’s March’ die gleichen Ziele. Außerdem war der Hashtag #TimesUp Teil einer weiteren, starken Kampagne zum selben Thema.

#MeToo, #TimesUp, Women' March

Über die letzten 13 Monate dominiert dementsprechend
der Women’s March in 63% der Diskussionen.

Verteilung der Twitterer zu #MeToo

Wenig überraschend: Der Großteil der Menschen,
die sich online zu #MeToo geäußert haben, ist weiblich.

Viel zu diskutieren

Ein Großteil der Konversation fokussierte sich auf die involvierten Personen. In Deutschland waren das Harvey Weinstein, Donald Trump (international die No.1), aber auch Catherine Deneuve, Kevin Spacey und Dieter Wedel.

Genannte Persönlichkeiten in der #MeToo-Debatte

Weinstein wurde mehr als 10.000 Mal in Deutschland erwähnt (international mehr als 200.000), Wedel 2.600 Mal hierzulande (bis 12.02.2018).

Benutzt man das Talkwalker Theme-Panel und lässt sich nur die Wortgruppen bestehend aus zwei Wörtern anzeigen, erkennt man, dass Deutschland sich mit der Aufbereitung der Debatte beschäftig - es werden beschreibende Worte wie Übergriffe, Belästigung oder Gewalt verwendet...

Assoziationen mit #MeToo

....während im englisch-sprachigen Raum deutlich öfter über den Mut betroffenener Frauen gesprochen wird (braverly, facing, healing, step forward)...

Assoziationen mit #MeToo (Englisch)

Fokus auf die Debatte

Interessanterweise verliert die Debatte um einen der Meistdiskutierten (in gelb: Harvey Weinstein) an Bedeutung, während das eigentliche Thema (in blau: #MeToo) als Trend konstant erhalten bleibt. Man kann das hier gut im Quick-Search-Vergleich erkennen.

Weinstein vs. MeToo

Erst Weinstein, dann #MeToo. Im Graphen auch gut ablesbar: Die Anzahl der Erwähnungen um Harvey Weinstein waren Tage vor #MeToo schon wesentlich höher. Das lag daran, dass der erste NY-Times-Artikel um Weinstein bereits am 5. Oktober, 10 Tage vor dem Alyssa-Milano-Tweet, publiziert wurde.

Deutschlands meistbeachtete Tweets

In Deutschland fanden dabei die Meinungsäußerungen am meisten Anklang, die das Thema mit der Flüchtlingsdebatte in Verbindung brachten. So kommt der erfolgreichste Tweet einer Einzelperson von Shahak Shapira (2.100 Likes, 350 Retweets) und bringt mit dem Vergleich beide Themen zusammen.

Der zweiterfolgreichste Tweet zu #MeToo thematisiert dagegen eher die Debatte an sich (1.400 Likes, 251 Retweets).

Die Nummer drei der meistbeachteten Tweets (1.200 Likes, 434 Retweets) bedauert, dass die Debatte nicht schon früher gestartet wurde.

Doritos - Unter die #MeToo-Räder gekommen

Dass #MeToo auch ein ganz gefährliches Terrain für Marken ist, zeigt sich am Beispiel Doritos. Die Chipsmarke musste das Anfang Februar 2018 besonders spüren. Während der #MeToo-Debatte wurde plötzlich fünfmal so häufig über Doritos gesprochen als zuvor.

Doritos - Erwähnungen im #MeToo-Zeitraum

Man sieht: Im selben Zeitraum von #MeToo gab es pro Woche nie mehr als 100.000 Erwähnungen auf Twitter. Bis man über Lady Doritos sprach.

Warum? Aufgrund öffentlicher Äußerungen des Pepsi-CEOs, Doritos gehört zum Softdrink-Riesen, zum bevorstehenden Launch der ‘Lady Doritos’, gab es diese heftigen Reaktionen im Zusammenhang mit #MeToo.

Doritos: Verschlechterung des Sentiment

Dabei hatte Doritos noch am Tag zuvor (4. Februar) mit einem coolen SuperBowl-Werbespot für positiven Eindruck gesorgt.

Jimmy Choo, die Designer-Marke, hatte mit einer unglücklichen Werbekampagne noch Glück. Es gab zwar einige negative Artikel, aber die Anzahl der Assoziationen mit #MeToo waren weniger als 100 im gesamten Debattenzeitraum.

Katjes wurde zwar für einen Werbeclip mit einer Dame, die ein Kopftuch trug, arg gescholten. Die Anzahl der Leute, die auch diese Debatte mit #MeToo verbinden wollten, hielt sich in Grenzen. Es gab knapp 250 Tweets mit den Stichwörtern ‘Katjes’ und ‘#MeToo’. Schaut man sich aber die Anzahl der Erwähnungen an, wird erkennbar, dass nicht nur sehr viel mehr über die Marke diskutiert wurde...

Katjes Erwähnungen in allen Medien

Die Katjes-Erwähnungen weltweit in allen Medien.

...sondern, dass die Kommentare eben auch stark negativ waren. Somit wurde, für einen kurzen Zeitraum, über eine extrem positiv wahrgenommene Marke, extrem negativ gesprochen.

Katjes Sentiment in allen Medien

Das Sentiment für Erwähnungen von Katjes im Zeitverlauf.

Die Gesamttonalität der Diskussion um Katjes war trotzdem ausgeglichen, gerade weil es auch extrem viele positive Aritkel zum Thema gab.

Selbst für die Berlinale wird #MeToo zum Hashtag, der am meisten mit dem Filmfestival assoziiert wird. Bei 20% aller Berlinale-Erwähnungen online wurde auch der #MeToo-Hashtag erwähnt. Das Thema dominiert also ganz klar die Berichterstattung und die Diskussionen um das Event. Das lag natürlich vor allem daran, dass einige Beiträge im Zuge der Debatte vom Filmfest ausgeschlossen wurden.

Berlinale und MeToo

Das war unser Quick-Search-Update um ein paar Social-Media-Daten zur #MeToo-Debatte. Um selber solch einen Trend, Influencer oder Markenthemen nachzuschlagen, nutzt man am besten eine Social-Media-Suchmachine. Talkwalker Quick Search ist genau das. Testen Sie es selber oder kontaktieren Sie uns für eine kurze Demo.

Testen Sie die Social-Media-Suchmaschine